Letzte Woche hat es viele dieser Tage gegeben, oder sagen wir besser einfach sehr viele Momente. Die ganzen Woofer/-innen hatten auch schlechte Laune… keiner hat ne Ahnung, was man so tun soll, keine gute Einweisung, kein Training, kein Shadowing… schups und schon ist man im kalten Wasser… schwimm oder geh unter, das scheint den Kevan wenig zu interessieren. (Scheinbar) willkürlich werden neue Regeln aufgestellt… von wegen man darf nur einmal die Woche reiten gehen, man darf sowieso nicht nach Goldbridge oder sonst mit irgendwelchen Menschen hier im Einzugsgebiet kommunizieren. Ärmellose Shirts sind verboten, sowieso der Konsum von Alkohol oder Zigaretten (das ist ja noch so halbwegs einzusehen)… egal, die Liste ist lang, man kommt sich vor wie ein kleines Kind dass sich einen Weg durch all diese Regeln bahnt, mal mehr, mal weniger abweicht.
Nach dem Ausritt vom Montag hat es ganz schön Ärger gegeben… vor allem die Tamara (auch eine Praktikantin, so wie ich) hat es ganz schön erwischt. Die hat sich mit dem Russ (Guide/Instructor) „zu gut“ verstanden… das heißt sie haben an ihren freien Tag die Zeit miteinander verbracht, sind nach Goldbridge gefahren usw… 5000 Regelverstöße. Resultat: der Russ ist am Mittwoch gegangen (nach Whistler) und die Tamara „durfte“ zwei Stunden lang Müll verbrennen und den immerwieder rausholen und neu rein und sich in der Zwischenzeit eine Predigt vom Big Boss anhören. Demütigend und eigentlich schon über der Grenze zum psychischen Missbrauch, das ist meine Meinung. Seither hat sie sich entschuldigen müssen, denn sie ist dafür verantwortlich, dass so miese Stimmung herrscht… wenn Kevan das nur mal so glauben will. Und vor der ganzen Staff Mannschaft musste sie sich entschuldigen und aufzählen, was sie denn alles „falsch“ gemacht hätte usw… ja, ich weiß, das ist total arg, nicht tolerierbar und überhaupt… aber so läuft es hier unter anderem.
Die Sara (eine Wooferin aus Deutschland, mit der ich mich auf Anhieb gut verstanden hab) wollte am Mittwoch nur mehr hier weg, und hat das dann auch gemacht. Mir wurde alles zu viel, der Druck zu groß… ständig arbeiten zu müssen, kein Feedback zu bekommen, immer sich anhören zu müssen, man müsste doch in sich selbst investieren (die machen es sich met dem Spruch ganz schön leicht)… meine Wäsche war schon gewaschen und halbwegs in der Reisetasche verstaut… Vancouver informiert und von dort gab es das ok, dass ich wieder ein bissl untschlupfen konnte, und auch der Transport weg von hier war schon organisiert. Narissa war völlig geschockt, aber verständnisvoll… ich wollte nur mehr hier weg!
Nach all den Vorbereitungen bin ich in die Office, um Bescheid zu geben. Ist normalerweise gar nicht meine Art, vor allem die alle hier so plötzlich hängen zu lassen… aber wenn man mal dieses Gefühl in sich trägt, dann sollte man besser darauf reagieren… Alison in der Office war ganz schön geschockt, Andre kam dann auch noch dazu und wir sprachen über Gründe usw… ich hab nur mehr geheult, alles ist nur noch so aus mir herausgesprudelt.. ganz schön scheiße, aber die beiden waren sehr nett, vor allem Alison die ich seither noch mehr respektiere und mag… nach ca. 1 ½ Stunden Gespräch war mal soweit alles gesagt und Andre hat mir nahe gelegt, doch noch ein bisschen zu bleiben, da ich diese Woche eine Chance bekomm, endlich einen Ranch Stay zu guiden – allein!!! Also bin ich spazieren gegangen, hab mir alles nochmal durch den Kopf gehen lassen und mich entschlossen, doch noch hier zu bleiben – open end, wenn es mir zu viel wird, bin ich weg, das hab ich mir selbst versprochen.
Mir ist es am Mittwoch auch besser gegangen, obwohl, der Wahnsinn hier hört nie auf und jeden Tag gibt es Dinge, über die man sich einfach nur ärgern kann. Aber schätze mal, das ist auch eine Lernerfahrung und solange der Druck in mir nicht zu groß wird, bin ich auch bereit, diese Herausforderung anzunehmen.
Fürs Wochenende war dann geplant, dass ich frei hatte und Sascha und Rike kommen… das hat dann leider alles nicht so geklappt. Bin mit dem Kevan wieder fast zusammengekracht, weil der mit seiner selbstgefälligen Art mir so unter die Nase gerieben hat, dass ich doch alles üben kann und das mit dem Trip mit den Gästen kein Problem sein kann, ich hab ja das ganze Wochenende um mir die Trails anzuschaun… nix mit ausschlafen oder sonst was… einmal bis 8 Uhr schlafen können, hey, das wär so was von fein… egal. Ich kann es hier so schwer beschreiben, aber ich find den Kevan einfach nur kontraproduktiv statt unterstützend… hab mir das ganze Wochenende den Arsch aufgerissen, um so halbwegs für den Trip vorbereitet zu sein… in meiner Freizeit, versteht sich… echt, dann haut der einem wieder Arbeit rein usw… meine Mama weiß, dass man mir alles bissl im Voraus sagen muss, dann kann ich mir das einteilen und einplanen und nix ist ein Problem, aber mir immer alles hinzuhaun, wo sich schon ganz andere Pläne hab, das ist net fair und einfach nur scheiße… aber egal, werd das auch noch hinkriegen mit dem Depp ;-)
Will gar net mehr alles schreiben, was so dumm gelaufen ist, denn es gab auch schöne Momente, die einem dann wieder vor Augen führen, warum man hier ist… und das ist es wohl, woran man sich festhalten muss!
Gestern war ich mit den Mädels am Nachmittag am Pearson Pond… ca. 1 Stunde von der Ranch zu Fuß entfernt.. und ja, man glaubt es kaum, nachdem ich mir die vorige Woche noch den Arsch abgefroren hab, war es gestern so warm, dass wir schwimmen waren… hat so gut getan, endlich mal ein bisschen weg von der Ranch. Haben dann auch noch zwei Fischer aus Vancouver getroffen, die hier campierten… das ist schon lustig, das haben weder die noch wir erwartet… verbotenerweise gabs dann noch für jeden ein Bier, unerlaubterseise sind wir in Shorts und Trägershirt herumgelaufen… ja, wenn die Regeln so straff sind, dann muss man sie manchmal auch brechen J Der eine hat uns dann noch ein Stück weit heimgefahren, natürlich nicht ganz bis zur Ranch, da hätt es ja Ärger gegeben, der hat echt geglaubt, wir verarschen ihn… na ja.
Bitte, die Landschaft ist ein Traum... man beachte die schneebedeckten Berge im Hintergrund!
Heute sollte mein Trip losgehen, hab gestern auch wieder die Riding Orientation mit den neuen Mädels geübt, quasi die Mädels als meine Gäste… geht gut und ich fühl mich schon ganz sicher.
Your Guide - Nicola:
Natürlich hab ich die Orientation auf "meiner" Tetla gemacht: sie ist da hübsch drauf, find ich... also auf sie schaun ;-)
Meine Probe-Gäste: Fabian aus der Scheiz auf Taylor...
...und unten Natalie aus Deutschland auf Montana.
Und jetzt bin ich seit halb 7 auf und wart… wir sind nämlich eingeschlossen von einer Schlammlawine… es sollten glaub ich drei Gäste, ein neuer Woofer und ca. 10 Guide-Students kommen, mal schaun, ob die Straße rechtzeitig frei ist… seit gestern in der Früh hat sich da nicht so viel getan. Ich gönn mir die Zeit und hab mich ins Zelt verzogen, sonst weiß der Kevan wieder nen neuen tollen Job und nachdem ich auch an meinen freien Tagen immer noch gearbeitet hab, interessiert mich das jetzt gerade wenig. Bereit mich noch ein wenig auf meine Gäste vor und üb… das sollte meiner Meinung nach reichen… wir werden sehen ;-)
So, meine Gäste und alle Guide-Students konnten erst am Abend anreisen, die Straße wurde dafür extra zwei Stunden lang geöffnet... der Plan musste also geändert werden, aber das funktioniert schon irgendwie. Ich hab zwei Damen, eine aus Deutschland und eine aus Kalifornien.. sehr nett und ich hab sie herumgeführt und so einiges erklärt... das muss man dann überzeugend machen und da wird einem wieder bewusst, wie viel Schönes es hier auch gibt. Wir werden sehen, wie es morgen läuft... auf alle Fälle gibts noch ein paar Bildchen, die schöne Momente festhalten:
Samstag beim BBQ... coole Stimmung am Abend:



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